Wegen der Sache mit dem Roman … Teil II

Alle, die ein Buch selbst herausgeben – ganz egal, ob es sich um ein klassisches gedrucktes Buch, im folgenden Holzbuch genannt, oder um ein Elektrobuch handelt – sind offenbar bei Facebook. Wir nicht. Wir wollen auch nicht zu Facebook. Datenkrake und so. Die Jüngeren finden das erstens gähn, und zweitens Überwachung vielleicht nicht so schlimm, sind aber trotzdem nicht mehr bei FB. Hört man ja so. Man sollte sich aber mal abgesehen davon wirklich überlegen, ob man es richtig findet, wenn das Internet (und FB tut ja so, als sei es das Netz) einer einzelnen Firma gehört. Und um genau das zu verhindern, muss man nicht mal auf einer brennenden Barrikade stehen, sondern den Laden nur nicht auch noch aktiv unterstützen. Jetzt haben wir aber diesen Roman geschrieben und wollen ihn auch gelesen wissen. Als eBook. Und nun raten uns die meisten, wir sollten die Bedenkenträgerei einfach mal lassen und mitmachen.
Klar, wenn man nicht in dem Riesenhaufen von Büchern einfach untergehen möchte, muss man irgendetwas tun, um die Leute auf das Buch aufmerksam zu machen. Aber: Hilft Facebook dabei? Wir ständen ja dort vor dem gleichen Problem. Es gibt auch einen Riesenhaufen Leute, die da schon eine Seite haben. Wenn man mal scharf nachdenkt, würde unsere Seite dann also genau so in einem Datenberg untergehen, wie das Buch selbst, oder? Wir entscheiden uns also aus dem Bauch heraus, es nicht zu tun. Erst mal, wenigstens. Vielleicht reicht es ja auch, einen tollen Romantext zu haben, der sich dann rumspricht. Das ist die – vielleicht etwas naive – Hoffnung aller, die was geschrieben haben. Auf dem 2. Selfpublisher-Tag in Münster haben wir aber gesehen, dass viele andere (darunter auch extrem erfolgreiche Leute) enorm viel Energie in die Werbung stecken. Es gibt sogar spezialisierte Agenturen, die Werbung (oder Werbestrategien) verkaufen, alles mit dem Versprechen, Sichtbarkeit zu erzeugen. »Klar, kostet das erst mal mehr, als sie einnehmen!«, haben wir gehört und gelernt, dass es darauf ankommt, am Anfang eine Art »Berg« von Verkäufen zu erzeugen, der dann im Laufe der Zeit kleiner wird. Sinken die Verkaufszahlen unter eine gewisse Schwelle, sollte man ein zweites Buch fertig haben, dass man nachlegen kann. Das allerdings will auch erst mal geschrieben werden. Wir stellen uns die Welt eher so vor, dass wir ein schönes Buch schreiben und es dann an die Leute verkaufen, die es gerne lesen würden. Die Frage ist nur, wie die das Buch finden (in beiden Wortbedeutungen), sie wissen ja nichts davon und wie viele Leser es dann schlussendlich sein werden. Spannend.

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