Amazon bezahlt pro Seite

Ist jetzt die Ära des Self-Publishing schon zu Ende, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat? Amazon bezahlt die Autoren jetzt nur noch nach gelesenen Seiten, hört man überall (naja, fast überall). Aber stimmt das überhaupt?

Was sich tatsächlich geändert hat, ist die Art und Weise, wie der Krempelriese die Autoren im Leihprogramm bezahlt. Und das geht folgendermaßen. Wenn man möchte, kann man sein Buch für die Flatrate (Kindle Unlimitted) des Konzerns freigeben. Dann können diejenigen Leser, die eine solche Flatrate abonniert haben, das Buch herunterladen und lesen.
Nun war es bisher so, dass die Autoren (oder auch die Verlage), die ihre Bücher in das Flatrateprogramm gegeben haben, pro Exemplar bezahlt wurden. Hat also ein Leser ein Buch heruntergeladen, wurde der Autor bei der Verteilung des Geldes berücksichtigt, das Amazon für diesen Zweck zur Verfügung stellt. Wie es zu diesen im Moment wohl ca. drei Millionen Dollar pro Monat kommt, weiß wohl höchstens Jeff Bezos ganz genau. Das hat zu einer Ungereimtheit geführt, behauptet zumindest der Konzern selbst. Viele der Bücher im Eigenverlag sind und waren sehr billig (99 Cent), was dazu führte, dass des Öfteren für die Ausleihe Zahlungen zustande kamen, die über diesem Betrag lagen. Ein solches Buch wurde also bei einer einzigen Ausleihe besser bezahlt, als hätte es einen Käufer gefunden. Genauere Angaben dazu finden sich auf den Seiten von Matthias Matting.

Digitales Lesen und „der Markt“

Bei der Recherche für unser SWR-Radiofeature haben wir diverse Statements im Volkspark Friedrichshain zum Thema eBooks und Selfpublishing gesammelt, die allesamt die Statistik bestätigen. Auf dem Buchmarkt sieht es nach allgemeiner Auffassung in etwa so aus: 50% der Neuerscheinungen pro Jahr in Deutschland sind selbst publizierte Bücher, darunter auch die eBooks, die anderen 50% kommen von Verlagen. Insgesamt gibt es rund 160.000 neu erschienene Bücher jährlich in Deutschland. Beim Umsatz sieht es anders aus: Nur 5% vom Gesamtumsatz der Bücher gehen hier an die eBooks. Das liegt im Falle von selbst publizierten eBooks natürlich an ihrem geringen Preis. Verlagstitel kosten in der Regel ein Mehrfaches.

SWR2-Feature von Serotonin am 21.6.2015: „Der Kapitän segelt nach Amazon“

Was bisher geschah 😉 : Wir haben einen Roman mit dem Titel: »Das Blausteintuch« geschrieben und als selbst verlegtes Ebook veröffentlicht. Und über diesen Prozess gibt es von uns ein Radiofeature im SWR2 am Sonntag um 14:05 Uhr. Mit O-Tönen von Ruprecht Frieling, Matthias Matting, Andrea Müller u.v.a.. Gesprochen von Stefan Kaminski und den Autoren.

Den Roman gibt es natürlich wirklich – wie treue Blogleser schon längst wissen – einfach mal runter scrollen. Es ist ein historischer Abenteuerroman, keine Avantgarde-Lyrik, keine zeitgenössische Literatur und auch kein Hörspiel in Buchformat. Man kann unser Renaissance-Roadmovie kaufen, lesen, weiter empfehlen – worüber wir uns dann sehr freuen!

Der Klappentext für „Das Blausteintuch“

KURZE Version (nach einigen Webseiten-Weisheiten … »sagt man!« … hat das genau die richtige Länge):

Dieses Buch ist eine Odyssee, ein Abenteuerroman, eine mittelalterliche Saga und ein Renaissance-Roadmovie, es erzählt die gefahrvolle Reise des Carlos Karge Dinarese, die vom Balkan über das Osmanische Reich bis nach Venedig führt.
Spätmittelalter in Rumelien, Schlachtfeld der osmanischen Invasion gen Westen, Heere und Kulturen prallen aufeinander. Karge, ein Bauernsohn und Außenseiter, fällt eines Tages der »Knabenlese« zum Opfer und wird aus seiner Heimat gen Osten verschleppt. Doch das Unglück entpuppt sich als Segen, denn für Karge beginnt eine Reise in ein gänzlich anderes Leben: Er schließt echte Freundschaften, sieht sein erstes Kamel, lernt die wunderbaren Gärten jener Feinde kennen, die ihn raubten. Er hat Glück mit seinem neuen Herren und findet in dessen Haus den Zugang zu Büchern und Bildung.
Selbst die neuerliche Vertreibung aus Bursa und seine Flucht über das Meer nach Venedig können den jungen Mann nicht aufhalten. Als Karge jedoch seine Chance ergreift, die fest gefügte Ordnung der Serenissima mit seinen neuen Ideen zu durchbrechen, ruft er den Zorn der Kirche und des Adels auf sich. Ein tödliches Spiel beginnt …

Klappentexte schreiben

Für unseren Roman »Das Blausteintuch« brauchen wir einen Klappentext. Ein Klappentext soll das Buch vorstellen und auch einordnen (Roman, Sachbuch oder Lyrik), er soll aber auch nicht zu lang sein. Sagt man. Er soll Lust auf das Lesen machen, aber nicht zu viel verraten. Ein Klappentext soll weiterhin nicht zu viele Personen vorstellen, nicht über die ersten drei Kapitel hinausgehen und nicht zu lange Sätze bilden. Sagt man ebenso. Schlecht ist es auch, wenn zu viele Adjektive verwendet werden, vor allem solche, die den eigenen Text loben. Und noch schlechter ist es, wenn gelogen wird. Hä? Wer lügt denn in einem Klappentext?

Wie auch immer: Wir schreiben den Klappentext jetzt so, wie wir denken, dass der Klappentext geschrieben sein sollte. Kann falsch sein. Muss aber nicht.