Hören – 3

Das Hören geht weiter – ohne Bild 🙂
Jedes Akustische Diorama dauert ungefähr 5 Minuten. Und: Ja, es ist so gedacht, dass man mit dem ersten anfängt, und sich dann das zweite, das dritte, das vierte und das fünfte Stück anhört.
Auch wir haben es in dieser Reihenfolge veröffentlicht, d.h. zur Soundstation Nummer 1 muss man einfach ein bisschen weiter im Blog herunter scrollen.

Hier kommt jetzt Nummer 3: „Afrika“.

Materielles und Immaterielles

Das Hörspiel – oder akustische Kunst allgemein – ist immateriell und zum Hören da. Klar.
Kann man hören und gleichzeitig sehen? Sicher.
Es gibt nicht wenige, die sogar ein materielles Bild brauchen, um zuhören zu können. Möglicherweise auch nur, um zuhören zu wollen. Ein Bild besetzt jedoch das Auge und manche Audio-Puristen lehnen daher visuelle Reize beim Hören komplett ab.
Interessant für uns ist: Wir entdecken da tatsächlich zwischen dem Hören ohne Diorama und dem Hören und dem Betrachten des jeweiligen Dioramas eine Differenz. Und es ist eine Komplettierung, keine Ablenkung oder Zerstreuung. Das finden wir überraschend und bereichernd zugleich.

Hier ist das erste Akustische Diorama: „Heimat“ zu hören:

Textur der Wirklichkeit

Wir arbeiten fast immer mit der „Textur der Wirklichkeit“DSC06819 – was nicht nur super klingt :-), sondern auch genau so gemeint ist. Es geht uns aber gar nicht um realistische Erzählungen, sondern darum, dass diese sich realistisch anfühlen.
Warum?
Weil damit die Frage nach dem „Wie?“ gestellt wird. „Wie?“ wird was erzählt?
Darf z.B. eine ausgedachte Expedition im Museum erzählt werden? Oder dürfen da nur Fakten ausgebreitet werden? Bestimmt der Ort, also das Museum, sowieso die Form der Erzählung – und nicht der Autor?

Klasse, Ordnung, Art – Akustisches Diorama 2:DSC06766DSC06784DSC06777DSC06785

Bernhard Schütz

ALL handcrafted by Serotonin.

Genau. Wir bauen auch die „Akustischen Dioramen“ selber. Und: Nein, das Museum baut die Kästen nicht – wir bauen sie. 🙂DSC06603 Serotonin

Das nur wegen permanenter Nachfragen. Wir sorgen auch für die technische Machbarkeit. Und ich löte selber. Übrigens zum ersten Mal in meinem Leben … Und es ist ziemlich toll.

ABER es geht um eine künstlerische AKUSTISCHE Intervention. Und dafür braucht es natürlich einen Sprecher, der den Text spricht. Bernhard Schütz macht das für uns. Bernhard Schütz ist nicht nur ein Sprecher oder Schauspieler, der spricht – er gibt uns mehr. Mehr, als wir uns selber ausdenken können. Mehr, als wir uns vorstellen können, wie alles zu sprechen ist. Mehr, als wir alleine könnten. Dafür danken wir ihm.

„Akustische Dioramen“, die Zweite

Made it … 🙂 Unser kleines Progrämmchen funktioniert – und wir freuen uns! Bewegungsmelder meldet alle Abstandsdaten korrekt, das jeweilige Hörstück wird abgespielt, alles läuft auch noch nach brutal einfach Strom aus/an: HipHipHurra! Mit Glück, Geduld und Spucke geht doch mehr, als man denkt (vor allem, wenn man schon 3000 Mal gedacht hat, es geht doch nicht …).

Weiter mit dem Innenleben – erste Soundstation:
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Lautsprecher hinter Holzvorhang

Um zu hören, muss es auch etwas zum Hören geben – der Titel unseres Stücks lautet: „Parcours dans la mer de ciel – Oder: der Levitit“ – und natürlich Lautsprecher, denn die im Monitor eingebauten Lautsprecher, die unser Hörstück abspielen, klingen nicht gut. Im Bild sieht man die Lautsprecherabdeckungen, die wir nach unserer Zeichnung haben lasern lassen, damit auch die Speaker in unseren Dioramen eingebaut sein können, man aber den Klang noch gut hört.

DSC06497 SerotoninUnd währenddessen denken wir weiter über Raspberry Pi und Python nach, uns ist da nämlich eine gute Idee gekommen … wir nehmen jetzt mal an, die endgültige, beste …DSC06492 Serotonin

Raspberry Pi soll übrigens deswegen so heissen, weil die Programmiersprache eben „Python“ ist – daher „Pi“ (und natürlich wegen des Wortspiels mit dem Kuchen).

Dann sollte wohl auch die Tradition der Obstnamen weitergeführt werden – „Apple“ war aber schon vergeben … Es gibt aber auch noch den „Banana Pi“ und der funktioniert auch mit einem Linux-System.

Naja, das nur nebenbei.DSC06502 Serotonin

Raspberry Pi und Python

DSC06399 Serotonin… keineswegs easy ist das. Immerhin kann unser Bewegungsmelder schon mal vernünftige Distanzen messen, das ist also schon mal gut.

Aber wie lösen wir es, dass der Bildschirm wieder in unserem Audio-Abspielprogramm ankommt und startet, nachdem der Strom (Hauptschalter, Museum, abends aus, morgens an) abgeschaltet und wieder angeschaltet wurde? Die meisten Monitore kommen mit dunklem Bildschirm nach dem Strom-Aus zurück. Dann muss man auf den roten Knopf der Fernbedienung drücken und alles geht wieder an. Brauchen Können wir aber nicht. Soll Muss! alles im Abspielprogramm ankommen.

Und wie soll das gehen? Ohne, dass nicht noch jemand händisch „Enter“, also den roten Knopf der Fernbedienung drücken muss? Jeden Morgen?

Klangerzeugung mit Raspberry Pi

DSC06393Unsere fiktionale Expedition produzieren wir wie unsere Hörspiele: schreiben, aufnehmen, schneiden, mischen, Musik, Sound, Geräusch und Regie kommen noch hinzu, alles wird gemastert und fertig. Well.

Aber wir wollen unser Hörstück ja in den „Akustischen Dioramen“ abspielen. Möglichst nur dann, wenn auch jemand zuhört – und nicht den ganzen Museumstag in Dauerschleife.

Also haben wir uns gedacht, wir bauen einen Bewegungsmelder in unsere Soundstationen ein, die das Hörstück abspielen, wenn jemand davor stehen bleibt. Und das machen wir mit Raspberry Pi.

DSC06390Also los mit „sudo nano apt-get“ … und so weiter und sofort … und hmmm … nun ja – wir sind nicht doof und ein kleines Programm selber zu schreiben, kann ja wohl nicht so schwer sein!, schließlich ist Matthias Diplomingenieur von Hause aus, und ich habe auch die eine oder andere exotische Sprache in meinem Leben gelernt, das ging ja schließlich auch! … aber es ist echt nicht so easy. Wirklich nicht …