SWR2-Feature von Serotonin am 21.6.2015: „Der Kapitän segelt nach Amazon“

Was bisher geschah 😉 : Wir haben einen Roman mit dem Titel: »Das Blausteintuch« geschrieben und als selbst verlegtes Ebook veröffentlicht. Und über diesen Prozess gibt es von uns ein Radiofeature im SWR2 am Sonntag um 14:05 Uhr. Mit O-Tönen von Ruprecht Frieling, Matthias Matting, Andrea Müller u.v.a.. Gesprochen von Stefan Kaminski und den Autoren.

Den Roman gibt es natürlich wirklich – wie treue Blogleser schon längst wissen – einfach mal runter scrollen. Es ist ein historischer Abenteuerroman, keine Avantgarde-Lyrik, keine zeitgenössische Literatur und auch kein Hörspiel in Buchformat. Man kann unser Renaissance-Roadmovie kaufen, lesen, weiter empfehlen – worüber wir uns dann sehr freuen!

Der Klappentext für „Das Blausteintuch“

KURZE Version (nach einigen Webseiten-Weisheiten … »sagt man!« … hat das genau die richtige Länge):

Dieses Buch ist eine Odyssee, ein Abenteuerroman, eine mittelalterliche Saga und ein Renaissance-Roadmovie, es erzählt die gefahrvolle Reise des Carlos Karge Dinarese, die vom Balkan über das Osmanische Reich bis nach Venedig führt.
Spätmittelalter in Rumelien, Schlachtfeld der osmanischen Invasion gen Westen, Heere und Kulturen prallen aufeinander. Karge, ein Bauernsohn und Außenseiter, fällt eines Tages der »Knabenlese« zum Opfer und wird aus seiner Heimat gen Osten verschleppt. Doch das Unglück entpuppt sich als Segen, denn für Karge beginnt eine Reise in ein gänzlich anderes Leben: Er schließt echte Freundschaften, sieht sein erstes Kamel, lernt die wunderbaren Gärten jener Feinde kennen, die ihn raubten. Er hat Glück mit seinem neuen Herren und findet in dessen Haus den Zugang zu Büchern und Bildung.
Selbst die neuerliche Vertreibung aus Bursa und seine Flucht über das Meer nach Venedig können den jungen Mann nicht aufhalten. Als Karge jedoch seine Chance ergreift, die fest gefügte Ordnung der Serenissima mit seinen neuen Ideen zu durchbrechen, ruft er den Zorn der Kirche und des Adels auf sich. Ein tödliches Spiel beginnt …

Klappentexte schreiben

Für unseren Roman »Das Blausteintuch« brauchen wir einen Klappentext. Ein Klappentext soll das Buch vorstellen und auch einordnen (Roman, Sachbuch oder Lyrik), er soll aber auch nicht zu lang sein. Sagt man. Er soll Lust auf das Lesen machen, aber nicht zu viel verraten. Ein Klappentext soll weiterhin nicht zu viele Personen vorstellen, nicht über die ersten drei Kapitel hinausgehen und nicht zu lange Sätze bilden. Sagt man ebenso. Schlecht ist es auch, wenn zu viele Adjektive verwendet werden, vor allem solche, die den eigenen Text loben. Und noch schlechter ist es, wenn gelogen wird. Hä? Wer lügt denn in einem Klappentext?

Wie auch immer: Wir schreiben den Klappentext jetzt so, wie wir denken, dass der Klappentext geschrieben sein sollte. Kann falsch sein. Muss aber nicht.

Interessante Bücher zum Thema Mittelalter

Folgende Bücher haben wir für unseren Roman „Das Blausteintuch“ zwecks Recherche gelesen – wobei bessere Bücher nicht unbedingt am Anfang stehen, und die Liste auch nicht vollständig ist, denn es fehlen alle Titel, die wir geborgt und zurückgegeben, verborgt oder sonstewie aus den Augen verloren haben:

Der historische Roman

Überall kann man lesen, dass der historische Roman ein festes Genre mit einer Leserschaft ist, die auf handfeste Recherche und absolute Faktentreue besteht. Betrachtet man die Romane, die in diesem Genre in den letzten Jahren veröffentlicht wurden (und wir haben eine ganze Reihe solcher Bücher nicht nur betrachtet, sondern komplett gelesen!), kann man erkennen – wenn man das dann möchte – dass sich diese Behauptung zu einer Art Handlungsschema verdichtet zu haben scheint. Nun ist ja nichts gegen eine gute Recherche zu sagen, wir haben für unseren Roman »Das Blausteintuch« natürlich auch sehr ordentlich recherchiert, aber wir glauben dennoch, dass sich der Schriftsteller Freiheiten nehmen muss, die sich der Wissenschaftler nicht gestatten darf.

Das Blausteintuch

2015 BUCHTITEL V14 Blausteintuch kdp big

Wir sind wieder einen Schritt weiter. Der Romantitel steht jetzt fest: Das Buch heißt „Das Blausteintuch“, und so sieht unser Titelbild mit Typografie aus. Das Bild ( Antonello da Messina, Portrait of a Man © The National Gallery, London ) haben wir für unsere Zwecke lizenziert. Im Museum. In London. Das Prozedere beschreiben wir im Feature. Die Typo haben wir selbst gemacht, hoffen aber, dass es professionell genug aussieht. Für den Titel haben wir Titelschutz beantragt. Das kann man über eine Webseite tun. Auch das war nicht ganz so einfach.

 

Wegen der Sache mit dem Roman … Teil II

Alle, die ein Buch selbst herausgeben – ganz egal, ob es sich um ein klassisches gedrucktes Buch, im folgenden Holzbuch genannt, oder um ein Elektrobuch handelt – sind offenbar bei Facebook. Wir nicht. Wir wollen auch nicht zu Facebook. Datenkrake und so. Die Jüngeren finden das erstens gähn, und zweitens Überwachung vielleicht nicht so schlimm, sind aber trotzdem nicht mehr bei FB. Hört man ja so. Man sollte sich aber mal abgesehen davon wirklich überlegen, ob man es richtig findet, wenn das Internet (und FB tut ja so, als sei es das Netz) einer einzelnen Firma gehört. Und um genau das zu verhindern, muss man nicht mal auf einer brennenden Barrikade stehen, sondern den Laden nur nicht auch noch aktiv unterstützen. Jetzt haben wir aber diesen Roman geschrieben und wollen ihn auch gelesen wissen. Als eBook. Und nun raten uns die meisten, wir sollten die Bedenkenträgerei einfach mal lassen und mitmachen.

Der Kapitän segelt nach Amazon.

Feature von Serotonin

Das Feature über unseren Selbstversuch als eBook-Self-Publisher kommt am 21. Juni 2015 um 14:05 Uhr im Radio (auf SWR2). Wir haben mächtig recherchiert, die Szene kennengelernt – die Leute sind übrigens durch die Bank sehr nett – und nebenbei haben wir den Roman geschrieben. Damit wir mitbekommen, wie das wirklich geht – mit dem Selbstverlegen. Wenn man versucht, selbst ein Buch als eBook zu veröffentlichen, könnte man ja denken, alles sei ganz einfach, man schreibt einen Text und dann hoch damit zum Marktführer und fertig. So ist es aber nicht, zumindest nicht, wenn man auch die Details berücksichtigt. Beispiel gefällig?